Legasthenie im Instrumentalunterricht

Legasthenie im Instrumentalunterricht

von Annika Sabrowski

Legasthenie betrifft nicht nur das Lesen und Schreiben, sondern kann bei einigen Menschen auch das Musizieren und das Notenlesen erheblich erschweren. Stellen räumliche Aspekte der Schrift, Automatisierungsprozesse oder die motorischen Abläufe des Musikmachens ein Problem dar, so kann dies mit einer Legasthenie in Verbindung stehen.

Die Forschung hat sich bislang, insbesondere im deutschsprachigen Raum, darauf konzentriert, wie Musiklernen die Lesefähigkeiten verbessern kann. Mir ist es wichtig, die Forschungsfrage andersherum zu stellen. Musik ist ein wichtiges Kulturgut und sollte meiner Meinung nach nicht instrumentalisiert werden, um Schulleistungen zu verbessern. Daher ist es mein Ziel, die Freude am Musizieren zu fördern, indem Lehrkräfte dafür sensibilisiert werden, was Legasthenie ist und wie sie ihren Unterricht „legastheniefreundlich“ gestalten können.

Instrumentallehrkräfte sind es gewohnt, auf Eigenheiten von Schüler/innen einzugehen und für jede/n individuelle Methoden zu finden. Jedoch geraten auch sie an ihre Grenzen, wenn ein Kind überhaupt keine Noten lernen kann, rhythmisch völlig unsicher ist oder das Gelernte immer wieder vergisst. Durch fünf ausführliche Interviews und einige Textbeiträge von Lehrkräften, sowie eine Online-Umfrage unter 26 musizierenden Legastheniker/innen wurde offensichtlich, dass es Bedarf an Informationen und Austausch gibt. Auf etwa 70 Seiten lassen sich die Originalbeiträge nachlesen, die zeigen, wie vielfältig Lernwege und Biographien der Betroffenen sind.

Die Arbeit selbst versucht, die Auswirkungen von Legasthenie auf das Musizieren zu begründen und die Tipps und Methoden für den „legastheniefreundlichen“ Unterricht zu sammeln und zu erklären. Es geht nicht darum, ein einheitliches System zu entwickeln – das würde der Individualität der Musizierenden nicht gerecht werden – sondern Ideen bereitzustellen, die andere Lehrkräfte für ihre Schüler/innen bereits entwickelt haben und die zum Ausprobieren anregen sollen. Dazu gehören verschiedene Möglichkeiten, wie mit Farben gearbeitet werden kann (siehe Bild), eine Anleitung, wie ein Notentext möglichst übersichtlich und lesbar bleibt, der multisensorische Unterricht, der möglichst viele Sinne mit einbezieht oder auch organisatorische Tipps.

Die ganze Arbeit  und eine Kurzfassung für die praktische Anwendung finden Sie kostenlos unter:

https://www.annikas-musikecke.de/musikecke/paedagogikmusikpaedagogik/legasthenie-im-instrumentalunterricht/

 

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