Absprachen zwischen Lehrern und Eltern legasthener Schüler

Absprachen zwischen Lehrern und Eltern legasthener Schüler

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Weil legasthene Schüler in der Regel viel mehr Zeit und Kraft in ihre Aufgaben investieren müssen, ist es sehr wichtig, mit den Lehrern Absprachen zu treffen. Kinder mit Legasthenie brauchen oft extrem lange zum Erledigen ihrer Hausaufgaben. Wenn sie schon eine Stunde an einer Hausaufgabe gearbeitet haben, aber kein Ende in Sicht ist, ist meist nicht zu erwarten, dass die weitere Ausführung noch zur Vertiefung des Lernstoffs, sondern vielmehr zu Unmut, Frust und Verzweiflung führt, besonders wenn noch Hausaufgaben in anderen Fächern warten. An solchen Tagen kann es sinnvoll sein, besser weniger aber dafür richtig und mit klarem Kopf zu üben.

Auch wenn als Hausaufgabe ein vertiefendes Thema aufgegriffen wird, das das Kind auf seinem Leistungsstand noch gar nicht bewältigen kann, ist es manchmal sinnvoll, lieber weniger Hausaufgaben zu machen und dafür gezielt zu üben. Wenn beispielsweise ein legasthener Viertklässler substantivierte Verben üben soll, aber noch Probleme mit der Groß- und Kleinschreibung von Verben, Adjektiven und Nomen hat, könnte diese Hausaufgabe eventuell zusätzliche Verwirrung statt Festigung eines Lernstoffs bedeuten.

Schildern Sie daher bitte den Lehrern genau, wie belastet Ihr Kind ist und was es zur Verbesserung seiner Situation beiträgt. Gute Absprachen sind besonders für förderbedürftige Schüler notwendig. Optimal ist es, wenn sowohl Lehrer als auch Eltern Verständnis aufbringen und gemeinsam versuchen, die bestmögliche Förderung zu erreichen. Sprechen Sie ab, ob Sie als Eltern in Ausnahmefällen die Hausaufgabe abbrechen dürfen, dem Kind einen Zettel mit der Begründung mitgeben und dafür das üben, was momentan weiterbringt.

Text: Heike Kuhn-Bamberger, Vorstandsmitglied des DVLD e.V., Diplomierte Legasthenie- und Dyskalkulietrainerin (EÖDL), Buchautorin

Seite von Heike Kuhn-Bamberger

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3 comments on “Absprachen zwischen Lehrern und Eltern legasthener Schüler
  1. Dagmar Scholz - Ketterer sagt:

    Dieser Beitrag spricht mir aus der Seele. Leider finden meine legasthenen oder dyskalkulen Schüler hier im ländlichen Raum nicht immer das nötige Verständnis. Da sitzen sie oft noch in der Pause im Klassenraum, weil sie es nicht schaffen, den Tafelanschrieb vor dem Klingeln in ihr Heft übertragen.
    Oder brauchen viel zu viel Zeit für die Hausaufgaben. Aber Ermäßigung oder andere Übungsaufgaben werden ihnen nicht gegeben. Da könnte ich manchmal ausflippen. Ich werde den Artikel ausdrucken und Eltern betroffener Schüler als Vorbereitung für Gespräche in der Schule geben.

  2. S.engelmayer sagt:

    Kann mir nicht vorstellen, dass der zuständige Klassenlehrer meiner Tochter da mit macht! Das ist glaube ich nur ein Wunsch denken.

  3. S.engelmayer sagt:

    Kann mir nicht vorstellen, dass der zuständige Klassenlehrer meiner Tochter da mit macht! Das ist glaube ich nur ein Wunsch denken.

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